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Fundamente

Schraubfundament oder Betonfundament für die Terrasse?

Aktualisiert · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Schraubfundamente werden in den Boden eingedreht und sind sofort belastbar: kein Aushub, kein Abfuhrmaterial, keine Aushärtezeit, und sie lassen sich später wieder entfernen. Betonfundamente funktionieren in fast jedem Boden und brauchen kein Spezialgerät, kosten aber mehr Arbeit und mehrere Tage Aushärtung. Für die meisten Terrassen auf gewachsenem Boden sind Schraubfundamente schneller. Bei steinigem oder sehr weichem Boden vorher prüfen.

Bei einer Terrasse auf gewachsenem Boden ist das Fundament die erste Entscheidung und die, die sich später am schwersten ändern lässt. Zur Wahl stehen meist das klassische Punktfundament aus Beton, das jeder Handwerker kennt, und das Schraubfundament, das auf vielen Baustellen in Europa inzwischen Standard ist. So schneiden beide im Vergleich ab.

Der Vergleich auf einen Blick

SchraubfundamentBetonfundament
AushubKeinerEin Loch pro Fundament, Aushub muss weg
BelastbarSofortNach dem Aushärten, meist einige Tage
WetterSetzen bei Regen und Kälte möglichFrost und Starkregen stören Betonieren und Aushärten
Eingriff ins GrundstückGering, Rasen und Pflaster bleiben intaktSchmutz, schweres Material, Zufahrt nötig
Rückbau und WiederverwendungHerausdrehen, wiederverwenden oder recycelnMuss ausgestemmt werden
HöhenausgleichÜber verstellbare Köpfe und HalterBeim Betonieren festgelegt
WerkzeugEindrehwerkzeug oder MaschineSpaten oder Erdbohrer, Mischer
Grenzen beim BodenGroße Steine oder Bauschutt können blockierenFunktioniert in fast jedem Boden
Material pro PunktStahlrohrBeton, teils Bewehrung und Schalung

So funktioniert ein Schraubfundament

Ein Schraubfundament ist ein verzinktes Stahlrohr mit Schraubengewinde. Es wird wie eine riesige Schraube in den Boden gedreht. Das Gewinde verdichtet das Erdreich ringsum und verankert sich darin. Damit nimmt es Druck- und Zuglasten auf, sobald es sitzt. Eine Kopfplatte, ein U-Kopf oder ein Gewindebolzen nimmt Pfosten, Balken oder Halter auf.

Im Fastshifter-Sortiment:

  • Typ M: flache Auflagerplatte mit mittigem Gewindebolzen, für verschraubte Halter, Pfostenträger und Stahlfußplatten.
  • Typ U: U-förmiger Kopf, der einen Holzpfosten oder Balken direkt aufnimmt, durchgebolzt.
  • Verlängerungen: wenn der tragfähige Boden tiefer liegt.
  • Schraubfundamente für Leuchten: kurze Schrauben für Gartenleuchten und Schilder.

Wo das Schraubfundament vorne liegt

  • Tempo. Kein Graben, kein Warten. Die Unterkonstruktion kann am selben Tag drauf.
  • Zugang. Gärten ohne Maschinenzufahrt, fertiger Rasen, gepflasterte Umgebung.
  • Schlechtes Wetter. Es wird weiter geschraubt, wenn das Betonieren verschoben werden müsste.
  • Temporäre oder versetzbare Bauten. Herausdrehen und wiederverwenden.
  • Saubere Baustelle. Nichts abzufahren, kein Betonwaschwasser.

Wo Beton weiterhin sinnvoll ist

  • Felsiger Boden oder alte Fundamente, in die sich keine Schraube drehen lässt.
  • Sehr weiche oder organische Böden, bei denen ein Statiker womöglich eine ganz andere Gründung vorgibt.
  • Baustellen mit ohnehin laufenden Betonarbeiten, wo Kolonne und Material schon vor Ort sind.

Frost: warum die Länge entscheidet

In kalten Regionen gefriert der Boden im Winter und dehnt sich aus. Ein Fundament, das in der frostgefährdeten Schicht sitzt, kann angehoben werden, und die Terrasse ist nicht mehr in der Waage. In Deutschland und Österreich rechnet man je nach Region mit einer frostfreien Gründungstiefe von etwa 80 cm, in Höhenlagen auch mehr. Deshalb sind übliche Schraubfundamente für Terrassen 1–2 m lang: Das Gewinde verankert sich unterhalb der Frostzone.

In Regionen ohne Bodenfrost, etwa im Flachland Südeuropas (örtliche Frosttiefe prüfen), ist diese Tiefe nicht nötig. Eine kurze Schraube mit breitem Kopf trägt die Last nahe der Oberfläche und ist in etwa einer Minute eingedreht. Das ist die Idee hinter dem Fastshifter Trident Drive: ein kurzer Pfahl mit breitem Kopf, der dem Einsinken widersteht, gemacht für Länder ohne gefrierenden Boden. Für frostgefährdete Lagen ist er nicht gedacht.

Umweltbilanz

Beton hat einen großen CO₂-Fußabdruck, vor allem durch die Zementherstellung. Auch Stahl ist energieintensiv. Eine Ökobilanz der Berner Fachhochschule (BFH) aus dem Jahr 2024 hat Schraub- und Betonfundamente an drei realen Projekten verglichen. Ergebnis: Welche Variante besser abschneidet, hängt von der Materialmenge im jeweiligen Projekt ab. Am Ende der Nutzung haben Schraubfundamente einen klaren Vorteil: Sie lassen sich wiederverwenden oder als Sekundärstahl recyceln, während Betonfundamente meist ausgestemmt und downgecycelt werden.

Ehrlich zusammengefasst: Schraubfundamente sind nicht automatisch grüner, aber die Wiederverwendung macht einen großen Unterschied.

Praxistipps für Verarbeiter

  • Erst sondieren. An ein paar Stellen eine Probeschraube setzen, um den Boden kennenzulernen.
  • Senkrecht eindrehen. Auf dem ersten halben Meter das Lot in zwei Richtungen prüfen.
  • Drehmoment messen. Bei größeren Projekten ist das Eindrehmoment ein brauchbarer Hinweis auf die Tragfähigkeit.
  • Schnur und Laser für Höhen und Flucht nutzen, dann am verstellbaren Kopf fein einstellen.
  • Nicht zu tief drehen und wieder zurückdrehen. Zurückdrehen lockert den Boden ums Rohr.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Rasen oder Gartenboden, normale Verhältnisse → Schraubfundament
  • Steiniger Boden oder Bauschutt → erst Probe schrauben, Beton ist eventuell einfacher
  • Frostfreies Klima, leichte Terrasse → kurze Schrauben mit breitem Kopf wie Trident Drive
  • Boden, in den nicht gegraben werden darf → Fundamentblock auf der Oberfläche
  • Betonplatte, Dach oder Pflaster → Stelzlager

Weiterlesen: Warum die Unterkonstruktion wichtiger ist als die Dielen.

Häufige Fragen

Sind Schraubfundamente so tragfähig wie Betonfundamente?

Für Terrassen und vergleichbar leichte Konstruktionen tragen richtig dimensionierte Schraubfundamente in geeignetem Boden die Bemessungslast. Die Tragfähigkeit hängt von Boden, Länge und Durchmesser ab. Bei größeren oder ungewöhnlichen Projekten ist ein einfacher Belastungstest oder die Prüfung durch einen Statiker sinnvoll.

Wie lange halten Schraubfundamente?

Feuerverzinkte Schraubfundamente aus Stahl sind in normalen Böden für eine Nutzungsdauer von Jahrzehnten ausgelegt. Sehr aggressive Böden, etwa saure oder salzbelastete, verkürzen die Lebensdauer und sollten vorher geprüft werden.

Kann man Schraubfundamente im Winter setzen?

Ja, solange der Boden an der Oberfläche nicht hart gefroren ist. Anders als bei Beton gibt es keine Aushärtung, die vor Frost geschützt werden muss.

Was passiert, wenn das Schraubfundament auf einen Stein trifft?

Kleine Steine werden meist zur Seite gedrückt. Bei einem großen Stein oder Fels braucht es eine Vorbohrung oder eine versetzte Position. In steinigem Boden oder auf Bauschutt vorher an einigen Stellen Probe schrauben, bevor das Raster festgelegt wird.

Wie tief muss ein Schraubfundament in den Boden?

So tief, dass es tragfähigen Boden erreicht und in frostgefährdeten Regionen unter die Frostzone reicht, damit sich die Terrasse im Winter nicht hebt. Deshalb sind übliche Schraubfundamente für Terrassen 1–2 m lang. In Regionen ohne Bodenfrost können kurze Schrauben mit breitem Kopf genügen.

Sind Schraubfundamente umweltfreundlicher als Beton?

Das hängt vom Projekt ab. Eine Ökobilanzstudie der Berner Fachhochschule aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass es von der eingesetzten Materialmenge abhängt. Schraubfundamente haben am Ende der Nutzung aber ein deutlich höheres Recycling- und Wiederverwendungspotenzial.

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